Gefällt mir! - Social Media: Gastronomen erzählen

Erfolg mit den sogenannten „sozialen Medien“, allen voran Facebook, ist keine Frage der Unternehmensgröße. Gastroblick hat bei vier ganz unterschiedlichen Gastronomie-Unternehmen nachgefragt: Was soll’s? Was bringt’s? Und welchen Rat geben diejenigen, die schon erfolgreich im Web den Austausch mit ihren Gästen pflegen denen, bei denen es noch nicht „Klick“ gemacht hat?

Harry Schulz - Inhaber der Kult-Imbissbude lüttn grill imbiss delüx HamburgKann es meinem Betrieb schaden?
Wer Harry Schulz, den Inhaber der Hamburger Kult-Imbissbude „lütt’n grill-imbiss delüx“ im Hamburger Schanzenviertel auf Facebook sucht, findet ihn vielfach. Es gibt neben der privaten die von ihm betriebene Fan-Seite, eine zu seinem Engagement als „Imbiss-Tester“ für einen TV-Sender, extra Seiten für den lütt’n grill und darüber hinaus offizielle Webseiten sowie Profile auf Myspace, Xing, Qype und noch ein paar mehr. „Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was es für meinen Laden bringt“, gibt Harry Schulz zu. „Die Frage, die ich mir gestellt habe: Kann es meinem Betrieb schaden? Und die Antwort ist einfach: Es kann schaden, wenn es vor Ort nicht funktioniert. Was nützt es mir, wenn ich meinen lütt´n grill im Web interessant mache, es aber am Point of Sale nicht läuft? Ich muss also in erster Linie meine Gäste glücklich machen. Und dann ist das ja Werbung, die mich keinen Cent kostet. Gerade Facebook kann ich nur jedem Gastronomen empfehlen.“ Gäste, die den lütt’n grill mögen, fester an ihn zu binden und neue Gäste immer wieder daran zu erinnern, das ist sein Ziel. „Wer noch nie bei mir war, der soll das Gefühl haben, er verpasst etwas. Und damit kommen Menschen nur ganz schwer klar“, lacht er.

Wie bekomme ich Fans?
Ein anderer Hamburger Gastronomie-Betrieb, die „Bullerei“ von Tim Mälzer, setzt auf Facebook Maßstäbe.Drei Monate nach der turbulenten Eröffnungsphase im Juli 2009 ging die Facebook Präsenz online, die heute mit bald 10.000 Fans eine der Top 20 im Gastronomie-Bereich ist (Quelle: food-service). Wie kommt man auf so viele Fans? Die Antwort gibt Tim Mälzers Assistent Frank Meyer: „Sicherlich durch die werktäglichen Posts gepaart mit dem Interesse unserer Freunde an News aus der Bullerei. Seien es Konzerte bei uns, die wir nur über Facebook ankündigen, oder die neue Speisekarte, oder einfach nur mal ein paar Bilder aus dem tägliche Bullerei-Leben und Unterhaltsames.“

Insgesamt spiele Facebook mittlerweile eine wichtige Rolle: „Wir bekommen viel direktes Feedback und haben die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln Infos kundzutun. Das ist auf den meisten Homepages leider nicht ‚mal eben‘ möglich.“ Facebook Posts werden parallel auch getwittert. Zur Eröffnung entstanden außerdem einige Filme, die auf der Unternehmens-Webseite eingebunden sind (auch auf YouTube). Franks Tipps: „Unterhaltsam sein, regelmäßig posten, Neugier wecken – das ist schon die halbe Miete!“

Social Media-Marketing in der GastronomieWas soll’s? Was bringt’s?
Birgit Hüttner kommt eigentlich aus dem Marketing. Seit 2009 ist sie Gastgeberin aus Leidenschaft und führt im Rheingau die „Ankermühle“, ein Weingut mit angeschlossener Gastronomie. Was entsteht, wenn Marketing-Wissen und Begeisterung für Gastronomie gemeinsam daherkommen, belegen Auszeichnungen wie der Gastronomiepreis Hessen 2010.

Als Marketing-Expertin versteht es Birgit Hüttner, das Lokal über Erfolg mit den sogenannten „sozialen Medien“, allen voran Facebook, ist keine Frage der Unternehmensgröße. Gastroblick hat bei vier ganz unterschiedlichen Gastronomie-Unternehmen nachgefragt: Was soll’s? Was bringt’s? Und welchen Rat geben diejenigen, die schon erfolgreich im Web den Austausch mit ihren Gästen pflegen denen, bei denen es noch nicht „Klick“ gemacht hat?Werbemittel und guten Service zum „Verkaufsraum“ für ihre Weine und ihr Slowfood Konzept zu machen.


Das kommt an

Das kommt an. Ein zentraler Marketing Dreh- und Angelpunkt ist die eigene Webseite mit monatlichem Online-Newsletter. Sehr wohl hatte man sich die Frage gestellt, ob zusätzliche, mit Aufwand verbundene Anlaufstellen über Social Media Kanäle Sinn machen, und sich zunächst einmal für die „Sozialisierung“ der eigenen Webseite entschieden. Verstärkt wird die Kommunikation im Netz u.a. durch „Re-Targeting“, eine
Form der Onlinewerbung: Wer beispielsweise auf der Webseite Ankermühle das Tagungs-Angebot betrachtet hat, wird im Lauf seiner Surf-Session auch auf anderen Webseiten mit Bannerwerbung auf die Ankermühle aufmerksam gemacht.

Das funktioniere hervorragend. Eine Facebook Präsenz wurde gerade gestartet. „Es ist wichtig zu verstehen, was in den sozialen Medien passiert. Um das zu verstehen, muss man daran teilnehmen“, empfiehlt sie. „Facebook ist die zentrale Plattform für uns, um Dialoge zu führen und die Marke Vapiano auch online erlebbar zu machen“, sagt Vapiano Marketingfrau Jana Störmer. „Wir setzen auf Interaktivität, Aktionen und den persönlichen, freundschaftlichen und lockeren sowie professionellen Kontakt zu unseren Fans“.

Vapiano bringt eigene iphone-App heraus Ein Beispiel: Empfehlungsmarketing

Gäste, die bei Vapiano über einen speziellen Facebook-Service „einchecken“, werden belohnt. Das Vapiano Freundschaftsangebot: Vom 31.1. bis 6.2.2011 erhielten Gäste für den gemeinsamen Check-In mit drei Freunden Bruschetta und Prosecco. In der Aktionswoche wurden über 300 Angebote eingelöst, wobei über 1.200 Gäste in der Woche über ihre Pinnwand mitteilten, bei Vapiano zu sein. „Unsere Kommunikationsstrategie ist geprägt durch Empfehlungsmarketing. Wir setzen auf das bestmögliche positive Erlebnis unserer Zielgruppe“, so Jana Störmer. An ihrer Seite steht die Hamburger Kommunikationsagentur „achtung!“

Ziele

Die gemeinsam entwickelte, mit dem eGastro Award ausgezeichnete Kommunikationsstrategie umfasst neben dem Facebook-Engagement einen an die Webseite angeschlossenen Social Media Newsroom, eine iPhone App (80.000 Downloads), Foursquare zur Incentivierung von Gästen, seit 1. August 2011 auch Twitter und weitere Maßnahmen. Florian Schleinig, der auf Agenturseite für Vapiano zuständig ist, fasst zusammen: „Ziele eines Social Media Engagements sollten sein: Nachhaltig und gezielt handeln, den Gästen immer wieder einen Mehrwert bieten und sie immer wieder überraschen, vorausschauend denken und handeln, nicht um den Verkaufswillen kommunizieren – hier geht es um Beziehungen!“

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